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Badminton mal etwas Wissenschaftlich
Verfasst von Heiner am 20.08.2006 um 16:35 Uhr Seite: 1

Ihr kennt mich ja, deshalb hier mal etwas, dass ich richtig gut finde:

Federbälle wiegen zwischen 4,74 und 5,50 Gramm, haben einen Fuß aus einer Kork-Kunstoff Mischung und besitzen 16 echte (!) gestutzte Gänsefedern. Teure Sorten besitzen noch einen Naturkork, der vornehmlich aus Portugal stammt. Dieser Kork treibt den Preis jedoch kräftig in die Höhe. Naturfederbälle sind teilweise Handarbeit (!!) was den Preis rechtfertigt.

Es werden nur Gänse- und Entenfedern verarbeitet. Gänsefedern sind die hochwertigeren Produkte, brechen aber leichter im Federkiel. Entenfedern sind im Kiel stabiler, jedoch haben die Federstrahlen eine schlechtere Haltbarkeit und der Ball franzt aus. Für Naturfederbälle werden nur die Deckfedern benutzt, die als Abfallprodukt z.B. aus der Fleisch industrie, entstehen. Es werden also keine Tiere für Federbälle getötet.

Faktoren wie z. B. Lagerung der Bälle, Luftfeuchtigkeit, Umgebungstemperatur, Federndicke und Korkgewicht lassen i.d.R. kein einheitliches Flugverhalten zu.

Die Naturfederbälle werden deshalb von den Herstellern mit Hilfe von Ballmaschinen
Ballmaschine
vergrößern
Ballmaschine

getestet.

Je nach Fluglänge und Flugstabilität werden die Bälle den Geschwindigkeiten und Qualitäten zugeordnet. In Mitteleuropa ist die Geschwindigkeit 77 am gängigsten.

Je kälter die Halle ist, desto höher sollte die Geschwindigkeit sein:

* 26°-30° Celsius: Geschwindigkeit 76
* 20°-25° Celsius: Geschwindigkeit 77
* 14°-19° Celsius: Geschwindigkeit 78

Zur Feststellung der Flugeigenschaften wird daher vor jedem Spiel der Ball durchgeschlagen. Dass heißt, der Ball wird mit einem "genügend kräftigen Unterhandschlag" von der Aufschlaglinie für Einzel des Feldes in die gegenüberliegende Feldhälfte geschlagen und die Flugweite analysiert. Fliegt der Ball dabei weiter als allgemein üblich (ca. 1 Meter hinter die vordere Aufschlaglinie), wird der Ball nach Verständigung mit dem Gegner durch ein Knicken der Federn an deren oberen Ende verlangsamt. Für das Knicken gibt es verschiedene Algorithmen:

* jede Feder knicken
* jede vierte Feder NICHT knicken
* jede zweite Feder knicken
* jede vierte Feder knicken

Prinzipiell gilt aber, dass ein geknickter Ball schneller kaputt geht als ein unveränderter Ball. Aus diesem Grunde sollte lieber gleich die richtige Geschwindigkeit gekauft werden.

Die Geschwindigkeit, die solch ein Ball im Spiel erreichen kann, liegt bei ca. 290 km/h (ähnlich der Geschwindigkeit eines Aufschlages beim Tennis) und in einem typischen Doppelspiel kann der Ball mitunter in 20 Sekunden schon 40 bis 50 mal geschlagen werden.

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